Zweitwohnsitz im Winter: So bereiten Sie Ihr Ferienhaus richtig vor
Ein kleines Leck, zu hohe Luftfeuchtigkeit oder ein verstopfter Abfluss können über Wochen unbemerkt bleiben. Die Risiken unterscheiden sich je nach Klima und Immobilientyp: Ein Haus im frostgefährdeten Nordeuropa muss anders vorbereitet werden als eine Villa am Mittelmeer. Vor einer längeren Abwesenheit hilft es daher, mögliche Schwachstellen zu erkennen und die Immobilie gezielt auf die Risiken ihrer Umgebung vorzubereiten.
1. Vor dem Abschließen die empfindlichen Bereiche kontrollieren
2. Wasser und Heizung: Schutz vor Frost
3. Feuchtigkeit: unsichtbare Schäden vermeiden
4. Regen, Wind und Meeresluft: Außenbereiche vorbereiten
5. Pool und Garten winterfest machen
6. Das Haus aus der Ferne im Blick behalten
FAQ – Den Zweitwohnsitz auf den Winter vorbereiten

1. Vor dem Abschließen die empfindlichen Bereiche kontrollieren
Bevor Sie abreisen, können Sie mit einer kurzen Inspektion Schwachstellen erkennen, die sich im Winter verschlimmern könnten.
Kontrollieren Sie zum Beispiel:
- den Zustand des Daches;
- die Regenwasserabflüsse, darunter Dachrinnen, Fallrohre und Terrassenabläufe, und reinigen Sie diese bei Bedarf;
- die Dichtheit von Fenstern und Türen sowie die Funktionsfähigkeit der Schließsysteme;
- Bäume oder Äste, die gegen die Fassade der Immobilie schlagen könnten.
Nutzen Sie die Kontrolle im Innenbereich, um nach Lecks oder neuen Feuchtigkeitsspuren zu suchen. Trennen Sie elektrische Geräte vom Stromnetz, die während Ihrer Abwesenheit nicht benötigt werden. Achten Sie dagegen darauf, dass Lüftungssysteme, Alarmanlage, Thermostat und Melder weiterhin mit Strom versorgt werden und ordnungsgemäß funktionieren.
Ziel ist nicht, das Haus gegen jedes denkbare Szenario abzusichern, sondern mögliche Probleme zu erkennen, die sich über mehrere Wochen unbemerkt entwickeln könnten.

2. Wasser und Heizung: Schutz vor Frost
In kalten Regionen gehört Frost zu den größten Risiken für ein unbewohntes Haus. Das Volumen von Wasser vergrößert sich beim Gefrieren um etwa 9 %. Diese Ausdehnung kann ausreichend Druck auf Leitungen ausüben, um sie zum Platzen zu bringen, insbesondere in besonders kältegefährdeten Bereichen wie Garagen, Dachböden oder Außenleitungen.
Je nach Klima und Installation kommen verschiedene Maßnahmen infrage:
- Freiliegende Leitungen isolieren, etwa die Wasserleitung am Zähler oder die Zuleitungen zur Heizung.
- Das gesamte Leitungsnetz oder einzelne Bereiche absperren und entleeren.
- Die Heizung im Frostschutzmodus bei etwa 8 °C weiterlaufen lassen. Diese Vorgehensweise empfiehlt auch ADEME, die französische Agentur für ökologischen Wandel, wenn eine Immobilie leer steht. Die passende Temperatur hängt jedoch vom Gebäudetyp, der Dämmung, der Sanitärinstallation und möglichen Vorgaben der Versicherung ab.

3. Feuchtigkeit: unsichtbare Schäden vermeiden
Feuchtigkeit gehört zu den größten Belastungen für ein Haus. Bleibt sie dauerhaft bestehen, kann sich schnell Schimmel bilden, vor allem in wenig beheizten, schlecht belüfteten oder mehrere Wochen geschlossenen Immobilien.
Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kann eine dauerhaft hohe Luftfeuchtigkeit von 75 bis 80 % die Schimmelbildung auf bestimmten Materialien begünstigen. Gleichzeitig weist die Organisation darauf hin, dass es keinen einheitlichen Grenzwert gibt, der für alle Materialien und Temperaturen gilt. Anhaltend hohe Luftfeuchtigkeit sollte daher vor allem Anlass sein, nach der Ursache zu suchen: unzureichende Lüftung, eindringendes Wasser, Lecks oder Wärmebrücken. ADEME empfiehlt wiederum eine Raumluftfeuchtigkeit von etwa 40 bis 60 %.
Um während Ihrer Abwesenheit für eine ausreichende Belüftung Ihres Ferienhauses zu sorgen, können Sie:
- Lüftungsanlagen kontrollieren, reinigen und bei Bedarf von Verstopfungen befreien.
- Die Lüftung in Betrieb lassen.
- Große Möbel von kalten Wänden abrücken.
- Die Luftfeuchtigkeit mit einem Hygrometer überwachen.
- Mögliche Lecks und eindringendes Wasser aufspüren und beheben.
- Bei aufsteigender Feuchtigkeit eine Fachdiagnose durchführen lassen. Ein Fachbetrieb kann in diesem Fall besser eine dauerhafte Lösung empfehlen.

4. Regen, Wind und Meeresluft: Außenbereiche vorbereiten
Schon wenige Blätter in einer Dachrinne können einen erheblichen Überlauf verursachen. Bei einem Regenereignis von 30 mm treffen auf jeden Quadratmeter Dachfläche 30 Liter Wasser. Bei einer Dachfläche von 100 m² müssen somit rund 3.000 Liter Wasser abgeleitet werden.
Die Folgen eines verstopften Abflusses hängen von der Dachkonstruktion ab. Bei einem geneigten Dach kann das Wasser aus den Dachrinnen überlaufen und an der Fassade hinunterlaufen; bei einem Flachdach oder einer Dachterrasse kann es sich hingegen stauen und das Risiko von Wassereintritt erhöhen. Vor einer längeren Abwesenheit ist es daher wichtig, Dachrinnen, Fallrohre, Terrassenabläufe und weitere Entwässerungspunkte zu reinigen, damit das Wasser ungehindert abfließen kann.
Am Meer erschweren Wind und Salz die Instandhaltung zusätzlich. Leichte Gartenmöbel, Markisen und Sonnenschirme sollten möglichst ins Haus gebracht oder sicher befestigt werden. Metallteile wie Schlösser, Geländer, Fenster- und Türelemente oder Außenausstattung lassen sich mit Süßwasser abspülen und anschließend gegen Korrosion schützen, die durch salzhaltige Meeresluft beschleunigt wird. Für die Fassade kann eine diffusionsoffene wasserabweisende Beschichtung den Schutz vor Feuchtigkeit und aggressiver Meeresluft verbessern.

5. Pool und Garten winterfest machen
Besitzen Sie ein Haus mit Pool? Vor der Abreise sollten Sie auch dem Schwimmbecken etwas Aufmerksamkeit schenken. Der französische Verband der Pool- und Spa-Fachleute empfiehlt, mit der Überwinterung zu beginnen, sobald die Wassertemperatur unter 12 °C fällt. Oberhalb dieses Werts bleiben Mikroorganismen aktiv; wird zu lange gewartet, können die ersten Fröste die Technik stark belasten. Ob eine aktive oder passive Überwinterung geeigneter ist, hängt anschließend vom Klima und von der jeweiligen Anlage ab.
Für den Garten gilt Ähnliches: Außenwasserleitungen sollten bei Frostgefahr entleert, Schläuche verstaut und automatische Bewässerungssysteme entsprechend angepasst werden.

6. Das Haus aus der Ferne im Blick behalten
Auch ein gut vorbereiteter Zweitwohnsitz bleibt eine unbewohnte Immobilie. Eine Alarmanlage, motorisierte Rollläden oder ein vernetztes Thermostat ermöglichen eine erste Kontrolle aus der Ferne. Deshalb empfiehlt es sich zu überprüfen, ob alle Geräte, die in Betrieb bleiben, mit Strom versorgt, verbunden und über die entsprechende App erreichbar sind.
Technik ersetzt jedoch keine Kontrolle vor Ort. Nach einem Sturm oder einer Frostperiode können Sie einen Nachbarn oder eine Vertrauensperson bitten, den allgemeinen Zustand der Immobilie zu prüfen.
Eine weitere Möglichkeit ist die Beauftragung eines privaten Concierge- oder Hausbetreuungsdienstes. Solche Anbieter führen regelmäßige Kontrollen durch, leeren den Briefkasten, lüften das Haus, überprüfen technische Anlagen und können bei Problemen schnell eingreifen. Für einen Zweitwohnsitz, der weit vom Hauptwohnsitz entfernt liegt, sorgt eine solche Betreuung für zusätzliche Sicherheit und Ruhe.

FAQ – Den Zweitwohnsitz auf den Winter vorbereiten
Sollte man im Ferienhaus im Winter das Wasser abstellen?
Nicht grundsätzlich. In frostgefährdeten Regionen und bei längerer Abwesenheit kann es sinnvoll sein, die Wasserzufuhr abzustellen und empfindliche Leitungen zu entleeren, um Schäden zu vermeiden. Die richtige Entscheidung hängt jedoch vom Klima, vom Heizsystem und von der Ausstattung des Hauses ab.
Wie lassen sich unangenehme Überraschungen in einem Haus vermeiden, das mehrere Monate leer steht?
Kontrollieren Sie vor der Abreise die wichtigsten technischen Einrichtungen, sichern Sie die Außenbereiche und organisieren Sie nach Möglichkeit gelegentliche Kontrollen vor Ort. Ein Concierge-Service, ein Nachbar oder eine Vertrauensperson kann bei Problemen ebenfalls eingreifen.
Sollte die Heizung im Zweitwohnsitz eingeschaltet bleiben?
In kalten Regionen kann ein Frostschutzmodus sinnvoll sein, um sowohl das Haus als auch die Leitungen zu schützen. Eine einheitliche Einstellung gibt es jedoch nicht: Dämmung, Heizsystem und das lokale Klima sollten bei der Entscheidung berücksichtigt werden.
Wann sollte man ein Ferienhaus auf den Winter vorbereiten?
Der richtige Zeitpunkt hängt vor allem vom Standort ab. In gemäßigten oder kalten Regionen sollten die Kontrollen vor den ersten Frösten und vor Perioden mit starken Niederschlägen erfolgen. In besonders exponierten Küstenregionen empfiehlt es sich, der Sturm- und Starkwindsaison zuvorzukommen. In tropischen Gebieten findet die Vorbereitung eher vor der Regen- oder Zyklonsaison statt. Das Ziel bleibt jedoch gleich: Das Haus sollte auf die klimatischen Risiken der Zeit vorbereitet sein, in der es unbewohnt bleibt.
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